Stromschlag

Moderator: Franz

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Werner
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Stromschlag

#1

Beitrag von Werner »

Also fange ich einmal an mit den Peinlichkeiten, die eigentlich nicht sein müssten:
Vor ca. 8 Wochen habe ich ein Fernschaltgerät NL für den Siemens T100 repariert. Dieses war vom Vorbesitzer (Funkamateur) auf seine eigenen Bedürfnisse umgebaut worden. Ich habe das FSG inkl. Nummernschalter aus dem T100 ausgebaut und dann umgelötet.
Dabei musste ich auch die Verkleidung des Netztrafos abschrauben um dort zusätzlich angebrachte Verlötungen zu entfernen. Nach einigen Stunden Arbeit war das FSG NL offensichtlich wieder im Originalzustand.

Große Vorfreude - jetzt musste alles schnell gehen: Erprobung des FSG im eingebauten Zustand mit angeschlossener Fernschreibleitung zur TW39 Karte und angeschlossener Stromversorgung (230 Volt) - Kein Trenntrafo -Abdeckhaube des T100 war noch nicht montiert.
Ebenso hatte ich vergessen die transparente Abdeckung des Netztrafos im FSG wieder zu montieren - sie lag übersehbar (weil transparent) neben dem T100 auf dem Arbeitstisch.

Den Rest könnt Ihr Euch denken: Mit einem Finger der rechten Hand berührte ich in einer unachtsamen Sekunde die Phase der 230 V Zuleitung am Trafo. Ein Trenntrafo hätte mir den Stromschlag erspart. Dabei hatte ich noch Glück, denn die Phase und der Nullleiter liegen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und ein gleichzeitiger Kontakt hätte mir erst richtig einen "geprasselt" - da hätte dann der Trenntrafo auch nichts genutzt.

Man lerne daraus: Aus Routine wird sehr schnell Unachtsamkeit, weil man die Arbeitsprozesse kennt und dabei leicht einen Arbeitsgang (Montage der Trafo-Abdeckung) vergisst. Außerdem macht (Vor)Freude auch manchmal blind und läßt einen hektisch reagieren.
Fazit: Wieder einmal Glück gehabt - das könnte so ca. mein 5. Stromschlag im Leben gewesen sein.
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Perser
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Re: Stromschlag

#2

Beitrag von Perser »

Das kenn ich auch, man hat was repariert will wissen obs funktioniert und lässt die blanken Leitungen in einem gewissen Abstand liegen verrutscht dann was ist das Maleur passiert.
Also ich bis da immer äusserst vorsichtig.
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Klaus
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Re: Stromschlag

#3

Beitrag von Klaus »

Oder man denkt man kennt sich aus und dann passiert was, womit man nicht gerechnet hat.
Meinen letzten Stromschlag habe ich beim Auswechseln von Steckdosen bekommen - der Vormieter hatte Dosen mit goldener Blende und Schnörkeln verbaut - die mussten weg.
Also Pro Raum bzw. pro Steckdose gemessen: Spannung da, dann die entsprechende Sicherung raus, nochmal gemessen: Spannung weg.
Dann noch mal mit dem Elektroschraubendreher (Phasenprüfer) gegengeprüft.
Dann die Dose aus der Wand geholt, die Drähte abgeschraubt und bis an die Decke gesprungen.

Was war passiert?

Der Mensch der die Elektroinstallation verbrochen hatte, hat zwar die Phase schön Sternförmig vom Sicherungskasten aus verlegt, den null-Leiter aber von Dose zu Dose durchgeschliffen. In dem Moment, in dem ich die Schraube mit den beiden blauen Drähten gelöst habe, war der eine, der zum Sicherungskasten lief zwar noch auf Neutral, der Andere, der von einer Steckdose im Nachbarraum kam lag jetzt aber durch den dort eingesteckten Verbraucher auf Phase - und der ist gegen das Blech der Steckdose das ich in der Hand hatte gekommen.
Sowas ist schon gemein, weil vorher absolut Potentialfrei gemessen - nicht zu erkennen. Seitdem kommt bei mir immer der Hauptschalter raus - auch wenn ich dann alle Uhren neu stellen muss.
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ralfnrw
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Re: Stromschlag

#4

Beitrag von ralfnrw »

Hallo Werner,
das was Dir da passiert ist, ist eine typische Sache, die meistens zum Schluss der Arbeit auftritt, weil man jetzt endgültig wissen möchte, ob es auch funktioniert und eine gewisse Hektik auftritt. Ist mir auch schon häufig passiert. Vor 4 Jahren hatte ich eine Krankheit, wo auch das Immunsystem drunter gelitten hat und ich sehr geschwächt war. Seit dieser Zeit bin ich sehr vorsichtig geworden. Mein Arbeitsplatz ist mit einem 10 mA FI (normal 30 mA) ausgerüstet. Ein Trenntrafo steht auch auf dem Platz. Nur sollte man immer bedenken, das ein Gerät was über den Trenntrafo betrieben wird, nicht den FI auslösen kann. In Deinem Fall hätte der Trenntrafo aber gute Dienste geleistet und den Stromschlag verhindert.
Hallo Klaus,
das ist wirklich gemein. Das ist die Folge der sparsamen Leitungsführung in den älteren Installationen.
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viele Grüße
Ralf
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